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Architektur, Materialien, Systeme – Teil 3

Architektur, Materialien, Systeme – Teil 3

Die BAU 2019 ist so groß wie nie.

Auf 200.000 Quadratmetern Hallenfläche präsentiert sie Architektur, Materialien und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau und im Bestand. Welche Themenschwerpunkte in den einzelnen Ausstellungsbereichen zu erwarten sind, darüber berichten wir in einer mehrteiligen Serie. Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Themen Aluminium, Glas, Bodenbeläge sowie Schloss / Beschlag / Sicherheit / Türen / Fenster.

Aluminium

Das Metall zeichnet sich nicht nur durch Stabilität und Korrosionsbeständigkeit aus, sondern auch durch die Möglichkeit der Wiederverwertung. Als Baumaterial ist Aluminium deshalb für vielfältige Einsatzmöglichkeiten prädestiniert.

Die Robustheit des Materials bedingt insbesondere seine häufige Verwendung bei Verschattungselementen, aber auch bei Fensterprofilen. Das System Seamless etwa ermöglicht eine nahezu rahmenlose transparente Architektur – und wurde dafür mit dem iF Design Award 2018 und mit dem Red Dot Award 2018 ausgezeichnet. Das Glas des Schiebe-Festflügels wird durch ein eigens entwickeltes Anschlussprofil mit der Fassadenkonstruktion verbunden, die Kopplung durch den filigranen Fassadenpfosten verdeckt. Auch der Baukörperanschluss erfolgt verdeckt liegend, da Fassadenriegel und Schiebeblendrahmen bündig in Boden, Wand und Decke montiert werden: Insgesamt entsteht so eine unsichtbare Verbindung von zwei hoch-wärmegedämmten Konstruktionen mit fließendem Übergang zwischen Schiebe- und Fassadensystem.

Auf der BAU 2019 präsentieren Hersteller vielfältige Anwendungsbeispiele und Produkte für Fenster, Türen und Fassaden inklusive entsprechender Schiebe-, Lüftungs- und Sicherheitssysteme. Neben den verschiedensten Aluminiumprofilen beinhaltet der Ausstellungsbereich auch Lösungen für Sonnenschutz, Energieerzeugung und Smart Building. Besucher können sich zudem über Maschinen zur Aluminium- und Stahlbearbeitung informieren.

Glas

Längst hat Glas in der modernen Architektur seinen festen Platz eingenommen. Den damit verbundenen Annehmlichkeiten steht eine Vielzahl von Herausforderungen gegenüber: Einen thematischen Fokus bilden auf der kommenden BAU deshalb Lösungen zu Sonnen-, Wärme- und Lärmschutz sowie Lichtlenkung.

Hier verspricht etwa das druckentspannte Isolierglas neue Möglichkeiten. Während konventionelles, hermetisch abgeschlossenes Isolierglas infolge hoher Klimabelastungen ein Verformen oder sogar Brechen des Glases bewirken kann, ermöglicht druckentspanntes Glas den Druckausgleich zwischen Scheibenzwischenraum und Atmosphäre: Das Glasbruchrisiko wird somit verringert, die Integration von Sonnen- und Witterungsschutz in den Scheibenzwischenraum erleichtert. Weitere positive Effekte sind größere Bautiefen mit verringerten Wärmebrücken und die Verbesserung der Luftschalldämmung.

Auch das Thema Einbruchhemmung ist ein Dauerbrenner. Bei Fenstern mit entsprechender Anforderung ist die Klebung von Glas mittlerweile Standard – nur bei Holzfenstern war der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit aufgrund der Vielfalt an Materialien und Oberflächenbeschichtungen bislang erschwert. Deshalb wurde nun die ift-Richtlinie VE-08 überarbeitet und ein Bewertungsverfahren beschrieben, mit dem eine verlässliche Beurteilung durch den Hersteller möglich ist.

Hersteller im Segment Glas präsentieren zahlreiche Neuheiten zu Glasbaustoffen, Folien und Glaskonstruktionen. Zudem können sich Besucher über Lösungen für energieerzeugende Systeme und Fassaden informieren.

Bodenbeläge

Auch im kommenden Jahr zeigen Hersteller in diesem Segment eine große Vielfalt an elastischen und textilen Belägen, an Parkett, Laminat, Terrassendielen, Leisten und Profilen, aber auch Lösungen zur Verlege- und Anwendungstechnik.

Hinsichtlich des Materials setzen die Themen Nachhaltigkeit und ökologische Verträglichkeit einen deutlichen Schwerpunkt – etwa in Form „wohngesunder“ Designböden, die frei von PVC und Weichmachern sind. Auch wasserfeste oder feuchtraumgeeignete Laminatböden sind stark im Kommen.

In Sachen Design ist ein Fest der Farben zu erwarten, auch bei Strukturen und Dekoren ist Vielfalt Trumpf. Bei Vinyl- und Laminatböden werden zudem die Möglichkeiten des Echtholz-Imitats optimal ausgeschöpft – sei es durch die haptische Oberflächengestaltung, sei es durch ein aufwändiges Digitaldruckverfahren, das die Dekorwiederholung minimiert.

Bei Echtholzböden erfreut sich die Eiche weiterhin großer Beliebtheit. Ebenso wie ein anderer Klassiker: Im gehobenen Innenausbau feiert die Fischgrätverlegung von Parkett ihr Comeback.

Gleichzeitig lässt sich bei den Formaten ein starker Trend hin zu großzügigen Landhausdielendesigns feststellen. Beim Umbau eines alten Stalls auf dem Gelände der österreichischen Privatbrauerei in Hirt wurden Landhausdielen aus Eiche stimmig ins Gesamtkonzept integriert: Das von skape architects neu gestaltete Büro- und Verwaltungszentrum verbindet Regionalität und Tradition mit natürlichen Rohstoffen – und erhielt als herausragendes Beispiel für nachhaltige Gebäudenutzung den “Office of the Year” Award.

Schloss / Beschlag / Sicherheit / Türen / Fenster

Die Digitalisierung erfasst Arbeitswelt und private Räume in zunehmendem Maße. Smarte Bauelemente wie automatisch betriebene Garagentore, Haustüren, Fenster sowie Rollladen- und Sonnenschutzsysteme ermöglichen dabei ein Mehr an Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit: Lösungen für Zentralverriegelung, Einbruchalarm oder die Statusmeldung für geöffnete/geschlossene Fenster werden zunehmend nachgefragt. Die erforderliche Antriebs-, Sensor- und Steuerungstechnik wird stetig einfacher und kostengünstiger, die Steuerung über Funk ermöglicht auch die problemlose Nachrüstung im Bestand.

Vor diesem Hintergrund zeigt das ift Rosenheim die Sonderschau „Smart WinDoor TripleS – Bauelemente Smart Safe Secure“. Am Modell einer Wohn- und Arbeitswelt wird hier der Einsatz intelligenter Bauelemente, Antriebe, Sensoren und Sicherheitssysteme demonstriert. Bei Bauelementen mit elektrischem Antrieb sind im Sinne der Maschinenrichtlinie bestimmte Sicherheitsanforderungen bei Planung, Ausschreibung und Ausführung zu berücksichtigen. Das Hauptaugenmerk liegt daher auf fachgerechter Installation, Inbetriebnahme und Wartung, auf einfacher Anwendung und dem sicheren Umgang mit Anforderungen, Nachweisen und Sicherheitseinrichtungen.

Auch Fragen zu Einbruchhemmung, Brand- und Rauchfällen, Verhalten bei Stromausfall, Fehlanwendungen oder Fluchtwegsicherung werden thematisiert: Hierzu werden normative und gesetzliche Grundlagen sowie neue Richtlinien und Prüfverfahren aufgezeigt.

Neben aktuellen Lösungen zu Einbruchschutzanlagen und – insbesondere elektronischen – Zutrittssystemen finden Besucher der BAU umfangreiche Informationen zu Türantriebstechnik, Beschlägen, Schlössern, Zylindern und Zubehör.

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